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Märlispaziergang im Wald

veröffentlicht um 10.09.2013, 23:08 von David Oetiker

Am 7. September 2013 – am Tag der Sommerwende - trafen sich beim Waldhaus Gretzenbach 18 Kinder und 12 Erwachsene des Elternvereins zum traditionellen Märlispaziergang mit der Märchenerzählerin Ursula Beck.

Man machte sich bei herrlichem Sommerwetter auf den Rundgang im Wald und lauschte der Erzählung vom Dummling mit der goldenen Gans: „Ein Mann hatte drei Söhne, davon hiess der jüngste Dummling. Dieser wurde bei jeder Gelegenheit verachtet. Der älteste Sohn wurde vom Vater in den Wald geschickt, um Holz zu hacken. Dazu bekam er von der Mutter guten Eierkuchen und Wein als Proviant. Er begegnete einem grauen Männchen, das ihn bat, ihm davon etwas abzugeben. Er lehnte ab und verletzte sich daraufhin aufgrund der magischen Kräfte des grauen Männchens bei der Arbeit.

Genau das gleiche geschah anschliessend auch dem zweiten Sohn. Nun überredete Dummling seinen Vater, ihn Holz hacken zu lassen. Die Mutter gab ihm hierfür Aschenkuchen und saures Bier mit. Auch Dummling begegnete dem grauen Männchen und ging – im Gegensatz zu seinen Brüdern - auf die Bitte ein, ihm etwas abzugeben. In der Zwischenzeit hatte sich der Aschenkuchen in guten Eierkuchen und das saure Bier in guten Wein verwandelt. Als Dankeschön für seine Grosszügigkeit bekam Dummling vom grauen Männchen einen besonderen Baum gezeigt. Als Dummling diesen fällte, fand er darunter eine goldene Gans. Mit dieser übernachtete er in einem Wirtshaus. Als er schlief, wollten die Wirtstöchter der Gans eine Feder stehlen, blieben jedoch an der Gans kleben.

Jeder, der die Gans anfasste, blieb an ihr kleben. Und auch jeder, der jemanden aus der Klebe-Kette anfasste, bleibt an diesem hängen. Dummling ging mit der Gans weiter und nach und nach blieben ein Pfarrer, ein Küster und zwei Bauern hängen. Der König hatte das Gesetz erlassen: „Wer meine Tochter, die noch nie lachen konnte, zum Lachen bringt, darf sie heiraten“. Beim Anblick der Klebe-Kette musste die Königstochter zum ersten Mal in ihrem Leben lachen. Dummling hatte sie zum Lachen gebracht.

Doch dem König gefiel der Schwiegersohn nicht und er stellte diesem weitere Aufgaben, die Dummling mit Hilfe des grauen Männchens alle lösen konnte. Und so durfte Dummling die Königstochter heiraten. Nach dem Tod des Königs erbte Dummling gar das Königreich und lebte lange Zeit vergnügt mit seiner Gemahlin.“

Nach der Geschichte vom Dummling wurde den Teilnehmenden vom Elternverein ein Zvieri spendiert. Nach dieser Stärkung lauschten die Kinder einer weiteren Geschichte - erzählt von Ursula Beck - die mit einem kleinen „Mut-Stein“ für jedes Kind beendet wurde. Anschliessend vergnügten sich die Kinder im Wald beim Spielen und Klettern. Nachdem sich zum Schluss jedes Kind noch eine kleine süsse Überraschung ausgesucht hatte, machten sich alle wieder auf den Heimweg.
Beatrice Reinhardt
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